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von Milwaukee – Annäherung an Chicago

Mittwoch, 31. August 2011

vom Express Ferry Port nach South Milwaukee, Wisconsin
18. Juli 2011


von South Milwaukee, Wisconsin nach Zion, Illinois

19. Juli 2011

von Zion, Illinois nach Evanston, Illinois
20. Juli 2011

Das Fahrradgeschäft am Weg nach South Milwaukee war eine Falle für bicycle-Infizierte. Der Laden hatte nicht nur zwei bicycle-maps von Wisconsin, ich konnte auch in einer riesigen Schachtel nach neuen Helmpolstern wühlen und außerdem war etwa ein Fünftel der Ladenfläche als bike-museum genutzt, eigentlich leider nur als Depot für die Sammelstücke des Ladeninhabers. Der Kontaktaustausch mit ciclopia und Embacher war nahezu zwingend – Nebeneffekt des Cyclo-Rausches: Die Fahrt zum Motel wurde zum Nacht-Trip über vierspurige Autostraßen samt Baustellenumleitungen und einem massiven Streit auf nächtlich-offener Straße mit Hanna. Versöhnung bei zwei frischgezapften Testbieren in der Bar neben dem Motel.

Im allerletzten Block-Umrundungsversuch in South-Milwaukee wurden wir in dieser sich sukzessive entvölkernden neighbourhood doch noch fündig – das handgemachte Frühstück war damit gerettet und wir vermutlich auf Facebook – Fotoshooting vor’m Lokal von der stolzen Besitzerin. So verfallend und ausgedünnt die „Wiederauferstehungschancen“ eines Viertels auch sein mögen, zwei hoffnungsspendende Ideologieträger haben stets Saison: Die Kirchen und das Militär. Von ersteren war schon des öfteren die Rede – letzteres auch schon erwähnt. Hier ein weiteres Beispiel: ein ca. 50 meter langes Wandbild (siehe auch im flickr-Album) an einem Parkplatz in South Milwaukee.

Am Milwaukee-seitigen Ufer des Lake Michigan bescherte eine langgestreckte Appartement-Siedlung den Menschen – inkl. Besuchern wie uns – einen öffentlichen Zugang zum See. Ansonsten ist auch hier alles excludierend privat. Die um die Volksgesundheit besorgte Behörde lässt auch ein Schild aufstellen, das, fix montiert, mitteilt, dass die „water quality today good“ sei.

Der Weg nach Chicago führt kurz vor der Staatsgrenze an einem weiteren Versatzstück aus der Auto-Alltagskulturgeschichte vorbei. Pikanterie der Geschichte: Der zeitgeistig genau passende Mercury Impala wurde, bestens gepflegt, noch auf Wisconsin-Boden zum Verkauf angeboten. Das Kino ist nicht so mobil – findet vermutlich weder Käufer noch Besucherinnen.

Die Annäherung an Chicago erforderte noch einen Zwischenstopp kurz nach dem Eintritt in Illinois, leider nicht dort, wo wir wollten: Heftige Unwetter vor rund zwei Wochen hatten den Illinois Beach State Park Campground so verwüstet, dass die Aufräumarbeiten noch immer nicht abgeschlossen und die Milliarden Gelsen noch auf Opfer warten müssen.

In einem McDonald, wo wir uns, zusehends einfrierend (air conditioning for ever!), entscheidungssuchend betreffend unserer Bleibe nächst Chicago aufhalten, erfahren wir von einem Gast, der unsere Sucherei im internet irgendwie mitbekommen hat, dass der Norden die reicheren Teile der Agglomeration beherbergt. Er klärt uns über eines der wichtigsten „Geheimnisse“ des Chicagoer Transportsystems auf: The Loop.

Das Radeln durch die zwischen dem Seeufer und der Hauptverkehrsstraße nach Chicago, mitten in altem Baumbestand liegende Ortschaft Lake Forest – dort ist auch ein ziemlich großer privater Uni-College-Complex – bestätigt dies. Der wunderbare Baumbestand spendet begehrten Schatten – aber keine Cafés. Ein paar findige Kinder sind unsere Retter – mit einer netten Auswahl an selbstgebrauten Eistees. Bis der Papa kommt haben wir uns reichlich erfrischt und erhalten auch noch Eis mit auf den heiß-feuchten Weiterweg. „The mean Wiener“ war später dennoch keine Option gegen den Hitzstau unter meinem Helm. Aus Angst vor dem schwindlig Werden muss ich noch ein paar Mal im Schatten anhalten, Kaffee trinken und schließlich sogar mit dem Helm an den Lenker gehängt bis Evanston radeln.

In Evanston, im 10. Stock des Hotels, finden wir eine aussichtsreiche Bleibe für die Chicago-Ausflüge der nächsten Tage – ohne Fahrrad, mit der Schnell- und der U-Bahn; natürlich samt Extrarunden auf der Loop. Doch darüber später.

Das Gewitter-Schauspiel mit Kulisse von downtown Chicago wurde im Hotel in Evanston zu einem unfreiwilligen Bühnenstück, als nachts um halbeins die Alarmsirene alle Hotelgäste aus den Zimmern riss und eine mechanische Stimme uns in die Lobby hinunter zu gehen aufforderte. Ging alles ohne Panik ab – niemand wusste, weshalb diese Stiegenhauswanderung angeordnet wurde. Rund die Hälfte der Gäste gelangte auch gar nicht ans Ziel – die blieben auf den Treppen sitzen. Vor dem Hotel stand zwar das Regenwasser auf der Straßenkreuzung etwa kniehoch; von der angebauten Hochgarage war ebenfalls Regenwasser nicht den vorgesehenen Weg in den Kanal, sondern eben in die Hotellobby geflossen. Die Nachtdienst versehende Rezeptionistin hat deshalb den Alarmknopf gedrückt … nur wenige Hotelgäste haben in Panik das Hotel verlassen. Ein paar andere erhielten vom Pizzadienst ihr geordertes Essen im Karton zugestellt – der Bote holte sich nasse Füsse.

Mehr Bilder zu Milwaukee – Chicago im Album!

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One Comment leave one →
  1. Donnerstag, 01. September 2011 10:38

    hallo Peter;
    gibts noch irgendwas, was Dir in Deinem Erlebnis-Wunschkatalog fehlt? Mir wird schon ganz schwummrig nur vom Lesen – freu mich schon, wenn Du wieder da bist – Du fehlst!
    liebe Grüße an die Hanna

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