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Ontario – very english (1)

Freitag, 08. Juli 2011

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in Ontario weiter von Crystal Beach to Selkirk
8. Juli 2011

Die Ausfahrt von Niagara Falls ist nicht ganz so gelungen, wie geplant – wenn man eine Abzweigung übersieht, dann hat das eben manchmal Umweg-Folgen. Egal, am Weg von Fort Erie entlang dem Nordufer des Sees waren die ersten 1.000 Kilometer erradelt – Zahlenmagie hin oder her – ein bissl Stolz verlangte nach freudigem Lachen an dieser Stelle:

Zur Begrüßung trat diese neugierige Hauskatze auf, die sich rund um mein Fahrrad in bester Katzenmanier (domestiziert) produzierte. Manche Abschiede fallen nicht leicht – besonders, wenn man vorher so überraschend willkommen geheißen wurde.

Ein junges Pärchen in einem Pickup-Car half uns bei der Suche nach einem Nachtquartier mit – ausnahmsweise einigermaßen korrekten – Weg und Distanzangaben weiter nach Crystal Beach. Make-believe and Trust!

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Mit dem bei uns – zumindest am österreichischen Bodenseeufer – vertrauten, selbstverständlichen Begriff des „Öffentllichen Gutes“ haben die Siedler und ihre Nachfahren nichts am Hut. Wie schon am Niagara Fluss ist das Nordufer des Erie Sees fast zur Gänze privatisiert und geschützt. Die „archoitektonischen“ Verbauungen hinken sogar dem Katalog-Angebot der „Blauen Lagune“ hintennach.

Nicht einmal die Bandbreite des Angebots der österreichischen Fertighäuser bekommt man hier zu Gesicht. Das Sicherheiotsbedürfnis wird jedoch nicht mittels Einzäunung des Grudstückes sichtbar befriedigt, sondern mit überwiegend ihren untrainierten, ungezügelten Instinkten überlassenen Hunden. Neben den Moskitos avancieren diese securities zu meinen größten Feinden. Nur selten schauen sie jedoch so hot-dog-like aus:

Selten sind die Ausnahmen von der individuell-privaten Aneignung des Seeufers. In Crystal Beach hat sich ein Investor mit Siedlungshäusern versucht – der zerfallene Steg hinaus ins Wasser zeugt jedoch davon, dass weitere Investitionen ins Stocken geraten sind, bzw. sich nicht mehr „gerechnet“ haben.

Ganz anders schaut die Gemeinschaftsanlage „Kossuth“ aus – nix Kapitalinvestment, keine Rendite-Erwartungen, kooperative Aktion, Sinn für Gemeinschaftsraum …

Ist aber auch hier in Süd-Ontario vermutlich  ebenso eine Ausnahme wie der föj-Strand am Neufelder See. Ein anderes Beispiel war eine semi-öffentliche Anlage, die uns auch eine ersehnte Rastmöglichkeit geboten hat – ein kleiner, parkähnlicher Fleck in dieser „no trespassing“-Landschaft. Schatten, Platz zum Sitzen, eine Jause genießen – der Zugang war zwar eng, aber nicht verboten!

Hinter den Bäumen ging’s auch noch zu einem Strand – das Ganze war durch keinerlei Werbetafeln und Wegweiser angekündigt. Radfahrende haben jedoch ein Auge für so etwas. Und sind dankbar.

Willkommen und nachträglich dankbar, weil hauptsächlich verführerisch und energetisch vielversprechend, sind wir für dieses North shore Restaurant, das hinter einer Kurve plötzlich ins Blickfeld springt:

Vom „Captain’s Special“ – einer selection of fish – blieb jedoch nur ein einziger übrig; der Captain bot statt dessen eine Tüte soft-ice-cream. War uns auch recht. Der Blick auf die erfolglosen Fischer vertröstete.

Die größeren Zuflüsse zum Bordufer des Lake Erie waren offensichtlich günstige Umschlagplätze für Güter, die vom Landesinneren auf fernere Märkte gelangen sollten. Die zahlreichen Ansiedlungen „Port xy“ erinnern noch heute daran. Der Erie-See selbst ist ziemllich flach, hat ein seichtes Ufer. Die Zuflüsse verlaufen auch in nur wenig tief eingeschnittenen Tälern, die von der Uferstraße immer durchschnitten, bzw. überbrückt werden. Das machte zahlreiche Hebebrücken nötig – noch heute faszionierende Anblicke.

Das Befahren der Stahlgitterfahrbahn verursacht einiges Kribbeln in den lenkenden Armen – die Vorstellung, diese Brücke bei Regen beradeln zu müssen, ist eine Horrorvision …

Trotz Orientierungsfehler gelangen wir zum Provincial Park in Selkirk – ein lonesome Harley Davidson Rider macht für uns den Lotsen. Wortlos – feine, unprätentiöse Geste. Und ein wunderschöner Zeltplatz war auch noch frei im Selkirk Provincial Park, der sich am nächsten Morgen im Sonnenlicht so präsentierte:

Schon um etwa 5 Uhr früh gab es ein beeindruckendes Naturkonzert, dargeboten von einem Tierensemble, dessen Größe und Musikantinnenarten ich leider nicht erkennen konnte – es war aber das schönste Frühmusik, die ich je erlebt habe: Frösche, allerlei Vögel, surrende Fluginsekten, huschende Oppossums usw usw. Der Preis für diese Aufweckung war allerdings kein geringer: Aus unserem in den Baum gehängten Lebensmittelsack hat sich ein schlaues Tierchen den frischen, am Bauernmarkt  gekauften Nussstrudel geschnappt…. seither zählen Oppossums zu Hannas Lieblingsfeinden.

Mehr Bildchen zum Thema Ontario im Album.

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