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bucklige Welt in Massachusetts (1)

Samstag, 25. Juni 2011

von Waltham nach Princeton
25.Juni 2011

waltham-princeton_map

Verkehrskultur

Es ist alles automobilzentriert – die Ampelregelungen, die Fahrbahnmalereien, die Breite der Straßen, drive-in wo auch immer:

Die vier „Schalter“, an denen man quasi im  Auto  sitzend das soft-Eis gereicht bekam, schauen heute schon alt aus der riesige große, nicht asphatierte Parplatz war leer. Die Zeiten waren einmal besser, nicht nur für Eisverkäufer.

Trotz der Automobilherrschaft habe ich nirgends so viel Respekt und Rücksichtnahme auf Fußgehende erlebt wie in diesem Land. An Kreuzungen mit oder ohne (oft buntfarbigen) Zebrastreifen genügt schon die Andeutung,  evtl. die Straße zu queren, dass der/die Autolenkerin stehen bleibt. An manchen Kreuzungen hängt allerdings auch ein Schild mit der Drohung vo 100 $, wenn nicht. Also doch die übliche Lehr- und Lernmethode?

Gut geht’s den Toten, besonders wenn sie Soldaten „for God and the Country“ waren.

An den schönsten Plätzen gebettet – aber die hoch dekorierten, noch nicht Toten, können noch den Rasen nebenan in ihrer (für sie) kriegsfreien Zeit pflegen.

Wer soooo viel Land hat kann ja einfach vom kaputtgenutzten zum noch nicht verbrauchten weiterziehen … das scheint überhaupt das Modell der Herrschenden in den USA zu sein, zumindest ein Aspekt. Irgendwann wurde ihnen ja der den Indianern geraubte, abgeluchste, Kontinent auch zu klein. „Think big – act big“ …

In Clinton, MA, tritt uns die ganze Tristesse der vor einigen Jahrzehnten vom Kapital verlassenen Industrieanlagen und dieser Orte entgegen.Niemand in diesem Land soll mir noch jemals von sustainability predigen!

Das keine Restgrün an der Straßenkreuzung zur Hauptstraße, neben der längst nicht befahrenen Eisenbahnrücke, heißt „Turini’s“. Am schattigen Bankerl Zeit für Paprika und Banane, Käsebrot und Wasser.

Mit Plan wird man überrascht und ohne noch viel mehr, z.B von den Hügeln und Gräben, die – planlos eben, also unsichtbar  sich erst beim Treten bemerkbar machen. Immer mehr. Die Bucklige Welt lässt grüßen – und doch wieder nicht.

Vom vorausschauenden Kräfteeinteilen noch weit entfernt, beschäftigt mit dem Meditieren der jeweiligen Augenblicke, die von teils giftigen Anstiegen gefolgt von ebensolchen Abfahrten gefüttert wurden, waren die Batterien irgendwann mal leer.

„Im nächsten Ort fragen wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit, ja?“ – „Ja!“

Princeton, MA – von hier fahren im Winter die Schipistenfahrer mit dem Auto noch weiter hinauf zum Wachusett Mountain. Das machen wir ihnen heute nicht mehr nach. Wie immer ist kein Mensch in diesen „towns“ auch der Straße oder sonst im Vorgarten sichtbar. Weil das erste „for sale“ ist, klopft Hanna beim zweiten an der Tür.

„B&B ? Camping? – not that I know of any. Further up the mountain, maybe, but probably only in winter …. do you need some water?“

Nun erscheint auch die junge Frau des groß gewachsenen Manns, der uns so freundlich informiert, im Hauseingang: „take these too – and I’m sure this will help you on your happy trail!“ Sie drückt mir drei Energieriegel und eine Dose isotonisches Getränkepulver in die Hand. Das sollte uns in der buckligen Welt von Massachusetts noch ein Stück weiter bringen. „Danke!  Thank you – that’s ever so friendly“.

Wir steigen auf unsere Räder – da stürzt der Mann wieder aus dem Haus heraus. Er wolle uns nicht nahetreten, aber sie hätten ein großes Haus, mit vielen Zimmern – wenn wir wollen, sind wir herzlich willkommen ….

Es folgt ein sehr herzlicher, diskussionsreicher Abend mit Thomjon und Natasha und ihrer Nachbarin Karen, die uns auch noch mit einer Menge Kartenmaterial für New York upstate versorgt.

mehr Bildchen zum Thema „Anradeln

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