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modal splits – from wheels to wings to wheels

Mittwoch, 22. Juni 2011

Das Kartonieren war zwar schon vor einigen Wochen getestet worden – mit positivem Befund und entsprechender Erleichterung. Mit einer neuen Schachtel war aber einiges dochwieder anders.

Sind halt doch keine Falt-Klappräder.

Schließlich die beängstigende Trennung von quasi-Körperteilen am Flughafen in Wien-Schwechat.

Der kalendarisch längste Tag des Jahres wird uns hoffentlich ausreichend lang Sonnenlicht geben, um die desparate bicycles aus ihren kartonalen Gefängnissen zu befreien und sie am Logan International Airport in Boston fahrbereit zusammenzuschrauben. Das virtuelle Radeln mit der Maus auf der digitalen Karte war sicher das geringste Abenteuer …

Der Transfer in London Heathrow „gives you strength“

und die Gelegenheit, sich an mein Zählen der gleichzeitig aus dem Fenster am Arbeitsplatz bei Nolan Constructional Services am Himmel sichtbaren Flieger zu erinnern. Das war schon damals – 1968 als Ferialpraktikant in London – mächtig beeindruckend; heute ist Heathrow airport ein Ort, an den ich mich nur zwangsläufig begebe. Der Rucksack bleibt im Durchleuchtungsgerät auffallend lange stecken. Habe ich vielleicht schon wieder eine Nagelfeile vergessen herauszunehmen? Oder ist die Stimmgabel eine bedrohliche Waffe? Es klärt sich aber:
„Oh, is that your mouth-organ? I’m also playing one“ the scurity lady smiled.

Für das reale Radeln zum Quartier in Cambridge bleibt noch reichlich Voraus-Aufgeregtheit, z.B. die Befürchtung, dass die Geräte gar nicht oder nicht funktionsfähig aus dem Flieger entlassen werden.

„Move down – right to the end!“
„Are you alone?“
„Why do you come to the USA?“
„What’s your profession in Austria?“
„4 fingers left hand!“
„thumb!“ – „same hand?“ – he nods.
„4 fingers right hand – now thumb“
Und davor schon zum wiederholten Male unzählige No-na-Fragen beantwortet. Welcome to the United States – rund 400 Leute schlangenlinienförmig aufgefädelt, von einer handvoll custom officers herumdirigiert, zu anfänglich nur drei Schaltern, nach einiger Zeit werden ein paar zusätzliche aufgemacht. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Die Erinnerung an die Jugendschnulze „And the lights all went out in Massachusetts … “ gerinnt zur unterdrückten Häme.

Endlich beim Gepäcksförderband, dann die Säcke gesichtet – und die Fahrradkartons auch – freilich nicht aufrecht, wie’s angeschrieben steht.

Das Re-assembling ging recht rasch  – kein einziger der drei von uns nacheinander gefragten Uniformierten konnte uns sagen, wohin wir die Verpackung geben sollten.

In der unbekannten, dunkeln Stadt – die Lichter sind nicht für Straßenschilder lesen müssende Radlerinnen plaziert -auf dem geplaaaaanten Weg vom Airport zum Quartier in Cambridge gelangen zu wollen, wäre  nur einer dumm-trotzigen Reaktion oder einer Selbstbestätigungssucht entsprungen. Der Busfahrer der „silver-line“ wollte uns nicht nehmen. Zum Glück war die Stationsaufseherin in der U-Bahnstation hilfreich beim Fahrscheinautomaten. Das Schleppen der Räder über steile Treppenläufe in den alten underground Stationen – von der blue- zur green- zur red line – war jedoch ohne Auf- und Abstiegshilfen zu machen.

Unsere Landlady war glaubhaft erleichtert, als wir mit über zweistündiger Verspätung endlich bei ihr eintreffen. Wir auch. Im nächsten Häuserblock gab’s noch ein offenes Bier.

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7 Kommentare leave one →
  1. therese and doug white permalink
    Mittwoch, 03. August 2011 21:21

    Hi Hanna and Peter,
    Doug and I (tandem couple you met in New York) are back home in St. Paul, Minnesota. We made it to Maine. We are wondering where you are? If you haven’t gone by, give us a call: 651-482-0581. We’d love to host you in our home, or help in any way. We could even give you a ride west if needed.

  2. Samstag, 02. Juli 2011 06:13

    na, jetzt Seid Ihr ja schon 11 Tage unterwegs. Hoffentlich liegts nur an der Technik, dass wir keine neuen Nachrichten von Euch lesen?!

  3. barbara bauer permalink
    Dienstag, 28. Juni 2011 17:15

    fein, dass ihr gut gelandet seid!
    lg
    babsi

  4. X-Ray permalink
    Freitag, 24. Juni 2011 23:25

    „wommi des reisebiaro ned famiddld hedd…“
    Kniee jeden Abend nieder und huldige Euch HeldInnen der fernreisenden Strammwadigkeit.
    Nun scheint es allso wieder etwas wahrscheinlicher, daß Abflüge mit Fahrrädern (und um solche handelt es sich ohnzweifelhaft! um letztere namentlich) nicht notgedrungen mit Fragmentationen oder gar Desintegrationen enden müssen.
    Sic!
    X-Ray

  5. Bernhard u. Milena permalink
    Freitag, 24. Juni 2011 18:30

    hallo! fein, dass ihr und eure „extentions of men“ gut gelandet seid und 4 finger links und daumen selbe hand, auch 4 finger rechts und daumen selbe hand euch zu „unsterblichen“ gemacht haben. die heben eure digi-prints bis zum jüngsten tag auf. hätten sie auch noch eine urinprobe, könnten sie damit, später mal, schon was anfangen … zurück zum reinheitsgebot z.b.
    saludos und happy trails to youuuhuu!

  6. Freitag, 24. Juni 2011 12:28

    HUIHUIHIUIIIIIIII!
    Mehr! Habe soeben, nachdem ich wieder eine Portion Fernweh gespritzt bekommen habe, beschlossen, auch einen Blog zu schreiben, wenn ich in se biig äpl bin.
    Hui, bei google street view kann ich genau schauen, wo ihr seid. Welches Gebäude ist es denn?
    Cheers

  7. Freitag, 24. Juni 2011 06:32

    …Euer Ankommen und Auspacken klingt sehr aufregend; aber Ihr habt es offenbar geschafft! Die Technik ist auch nicht beleidigt, danke für Euren Bericht.
    Aber: Jetzt gehts erst richtig los – richtig?!

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